Flyer Armut ist sexistisch – Frauenrechte weltweit in Gefahr

Armut und Ungleichheit sind sexistisch

Frauen sind stärker von Armut bedroht als Männer.

4,4 Millionen mehr Frauen als Männer unter 40 Jahren, leben von weniger als 1,55 € am Tag.

Frauenarmut zu bekämpfen ist ein Anliegen, das über bloße Geschlechtergerechtigkeit hinausgeht. Wenn wir Armut überwinden wollen, wie es die UN-Agenda 2030 zum ehrgeizigen Ziel hat, müssen wir anerkennen, dass Armut nicht nur ein weibliches Gesicht hat, sondern schlicht sexistisch ist.

Obwohl Frauen in allen Produktionsschritten, von der Herstellung, über die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb von Lebensmitteln beteiligt sind, sind ihre Stimmen nach wie vor marginalisiert in makroökonomischen Entscheidungs-prozessen. Die Kürzung von öffentlichen Mitteln hat den Zugang von Landfrauen zu Nahrungsmitteln verschlechtert und die Geschlechterungleichheit verschärft. 

 

Bildung ist sexistisch

130 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule und mehrere Hundert Millionen Mädchen gehen nicht regelmäßig zur Schule, aufgrund von Armut, familiären Verpflichtungen und fehlender Binden und Toiletten. Nur ein Drittel der Abschlüsse von weiterführenden Schulen werden von Mädchen erworben. 2018 sind immer noch zwei Drittel der weltweiten AnalphabetInnen Frauen.

 

Gesundheit ist sexistisch

Mehr Frauen als Männer sterben durch Gewalt, vor allem häusliche und sexualisierte Gewalt. Frauen haben einen beschränkten Zugang zu Gesundheitsfürsorge und Kliniken für Geburt und Schwangerschaft. Müttersterblichkeit bleibt eine Herausforderung. In Ost-Afrika können nicht einmal 50% der Frauen selbst über Familienplanung entscheiden. Kinderehen und Genitalverstümmelung sind verbreitet in Afrika. In Zentral- und Südasien wurden 43% der 20 bis 24-jährigen Frauen vor ihrem 18. Geburtstag und 16% vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet. In Afrika südlich der Sahara heiraten 37% der Frauen vor dem 18. Lebensjahr und 11% bevor sie 15 Jahre alt werden. In Guinea, Mali, Sierra Leone, Somalia und Sudan sind von den 20-24-jährigen Frauen 85% Opfer von Genitalverstümmelung.

 

Land- und Wasserverteilung sind sexistisch

Frauen im ländlichen Raum, wo die Mehrheit der armen Frauen lebt, haben beschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser und Bewässerungssystemen. Nur 10% der Landtitel in Afrika und Südasien sind in den Händen von Frauen. Hätten Frauen den gleichen Zugang zu Ressourcen wie Männer in der Landwirtschaft, könnten 150 Millionen hungernde Menschen zusätzlich pro Jahr ernährt werden.

 

Arbeit und Wirtschaft sind sexistisch

70% der working poor sind Frauen. Die Genderlücke ist sichtbar  bei  der  wirtschaftlichen  Beteiligung,  den  ökono

mischen Entscheidungsprozessen, bei der Arbeitsplatz-qualität, bei Entlohnung, Sozialversicherung und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In ländlichen Regionen beträgt der geschlechtsspezifische Lohnunter-schied 40%. Überwiegend sind Frauen im informellen Sektor beschäftigt. Sie erhalten nicht einmal den Min-destlohn und bleiben daher in der Armutsfalle. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und „gute Arbeit“ sind Fremdworte. Frauen leisten im Übrigen drei Mal so viel unbezahlte Sorgearbeit wie Männer.

 

Perspektiven

Die UN-Agenda 2030 setzt daher zu Recht auf eine gesellschaftliche Transformation zu einer nachhaltigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung. Sie ist ohne die gleichberechtigte Teilhabe der Frauen nicht möglich. Ziel 5, Geschlechtergerechtigkeit und Gender Empowerment, sind entscheidend für die Umsetzung der UN-Agenda. Eine nachhaltige Entwicklung muss die Rechte und Bedürfnisse der heute lebenden Generation befriedigen, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen dazu nicht mehr in der Lage sind. Von daher wird ein neues Wohlstands- und Wirtschaftsmodell auf der Grundlage der Menschenrechte gebraucht.

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