Ausbildung im Spitulina-Anbau, Verarbeitung und Verkauf mit der Rural & Urban Community Initiative Support Organization (RUCISO) im Soweto Slum, Nairobi, Kenia

Die Armut in den Elendsvierteln von Nairobi, Kenia, ist groß. Vor allem Frauen sind von extremer Armut betroffen. Dies zeigt sich insbesondere in der hohen Arbeitslosigkeit. Im Soweto Slum ist dies nicht anders. Frauen müssen sich oft mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, bei denen sie zwischen einem und zwei Euro verdienen. Das Geld reicht oft nicht für zwei Mahlzeiten am Tag für die Familie, nicht für Anschaffungen wie Kleidung oder Medizin oder die Ausbildung der Kinder. Außerdem zwingen Armut und die schlechten Lebensbedingungen viele junge Frauen und Mädchen die Schule frühzeitig zu verlassen, um als Sexarbeiterinnen Geld zu verdienen. Dies führt zu einer hohen HIV-Rate (Schätzungen zufolge sind 80 Prozent der Slumbewohner HIV-infiziert oder haben AIDS) und zu frühen Schwangerschaften bei den Mädchen. Viele Frauen können nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben. Frauen fällt es deshalb schwer, weiterführende Qualifikationen und existenzsichernde Beschäftigung zu erlangen, so dass sie Armut nicht überwinden können. Das Algenprojekt mit RUCISO, in dem 30 Frauen den Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung von Spirulina sowie Grundlagen in Betriebsführung erlernen, ist für sie eine Chance, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Spirulina ist ein Cyanobakterium – eine Blaualge, die als Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel zur Bekämpfung von Mangelernährung gilt. Spirulina wurde 1974 von der WHO als „bestes Nahrungsmittel der Zukunft“ bezeichnet. Die Alge ist reich an Eiweiß und Vitamin B12 und bekämpft Infektionskrankheiten, außerdem hilft sie in der Krebsvorsorge. Die UN fördern daher  den weltweiten Anbau von Spirulina zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung.

Das Projekt wird mit einem Zuschuss der Georg Kraus Stiftung gefördert.

RUCISO Impressionen – Kenia – 2018_2