Ausbildung im Bäckereihandwerk

mit Africa Health and Community Programme, Nairobi, Kenia

Eine neue Bäckerei macht sich an die Arbeit. 25 Frauen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren werden als Bäckerinnen ausgebildet und wollen gemeinschaftlich Brot und Backwaren zu erschwinglichen Preisen im Kibera – Slum, Nairobi, produzieren. Kenia ist ein wirtschaftlich erfolgreiches Land, das seinen Reichtum in den Händen der Eliten lässt. Hunger und Unterentwicklung prägen deshalb viele Landesteile. Menschen migrieren in die Hauptstadt Nairobi. Trinkwasser muss in teuren Kanistern herangeschafft werden. Menschenwürdiges Wohnen, sauberes Trinkwasser,Toiletten und regelmäßige Mahlzeiten sind Mangelware. Nicht einmal jeder Dritte verfügt über Wohnraum, der ein Leben in Würde möglich macht. Die Wellblechhütten unserer gemeinnützigen Partnerorganisation AHCP  sind ein Hoffnungsträger. Isabel, eine ehemalige Lehrerin, engagiert sich für die jungen arbeitslosen alleinerziehenden Frauen. Für Nancy, Eliatha, Emily Fatuma und Jenniffer ist das Bäckereiausbildungsprojekt sozusagen die „zweite Chance“. Bildung ist für sie der Schlüssel zum Überleben. Ihr Lehrplan ist ehrgeizig: sie lernen Brot- und Backwarenherstellung und die dazu notwendigen Kenntnisse über die Produkte und ihre Vermarktung, auch Hochzeitstorten können sie dann anbieten. Dabei ist es von Vorteil, dass alle gemeinsam die Kurse besuchen. Sie kennen sich und ihre Probleme. Die Kurse sehen auch vor, ihre verfassungsmäßigen Rechte herauszustellen und ihnen konkrete Bedeutung zu geben, ihr Selbstbewusstsein und ihre Kommunikationsfähigkeiten zu stärken. Die Frauen haben viel Gewalt und Unterdrückung erfahren: Sie lernen Regeln, vor allem Hygieneregeln, Pünktlichkeit, Sauberkeit des Produktionsstandortes und der Einrichtung der Bäckerei, Lagerung und Arbeitsteilung zwischen den Frauen, Kleinstbetriebsführung, Preiskalkulation und Buchführung. Die Bäckerei wird in der Nähe der Ausbildungszentren liegen.

Fotoblatt Bäckerei Kibera Kenia