Nepal, Womens Foundation Nepal (WFN), Ausbildung von Frauen in Gemüseanbau und Viehzucht

Diese nepalesische NGO hat es sich zum Ziel gesetzt die Einkommenssituation der Bevölkerung in Nepal zu verbessern und sich besonders für soziale und Gendergerechtigkeit stark zu machen. Dazu bietet sie Weiterbildungs- und Einkommen generierende Maßnahmen an und fördert die Beteiligung von Frauen an demokratischen Entscheidungsprozessen. Im Rahmen dessen hat sie beispielsweise Computerkurse oder Trainings zu Kleinstbetrieben angeboten.
Die Distrikte Bhaktapur, Sunsari und Kavre sind zentral gelegene Regionen Nepals. Die Bevölkerung ernährt sich zum Großteil von Subsistenzwirtschaft in Mais- und Reisanbau. Frauen verdienen fast 50 Prozent weniger als Männer und sind nur zu einem sehr geringen Teil in Besitz von Grundstücken oder Tieren. Diese Ungleichheit hat ihren Ursprung teilweise in traditionellen Vorstellungen. Aus diesem Grund sollen zunächst 231 Frauen von Trainings in einem der Bereiche Gemüseanbau, Viehzucht oder Ladenmanagement profitieren. Durch die Umstellung auf unterschiedliche Gemüsesorten wie beispielsweise Spinat, Tomaten, Kürbisse und Bohnen kann mehrmals im Jahr geerntet werden. Außerdem erlernen die Frauen wie durch Kompost-Dünger und organische Pestizide der Ertrag gesteigert werden kann. Im Rahmen der Viehzucht Trainings lernen die Frauen wie sie die Tiere ordnungsgemäß pflegen, aber auch wie sie Milchprodukte herstellen und verkaufen. In den Distrikten Sindhupalchok und Jhapa findet im Anschluss an ein Projekt im letzten Jahr ein Training zu Tiermedizin statt, sodass die Frauen ihre Tiere selbst versorgen können und seltener teure Ärzte in Anspruch nehmen müssen. Die Ausbildung im Bereich Ladenmanagement beinhaltet den Einkauf und Verkauf (inklusive der Berechnung einer Gewinnmarge) von Produkten, die Preisbestimmung, das allgemeine Management eines Kleinladens und den täglichen Kassensturz, um einen Überblick über die finanzielle Situation des Ladens zu behalten. Die Geschäfte der Frauen werden Dinge für den täglichen Gebrauch anbieten, die die Menschen in den Gemeinden benötigen, aber bislang nur schwer erreichbar sind.
Diese praktischen Ausbildungen werden begleitet von Fortbildungen im Bereich Genderfragen, Gleichberechtigung und Selbstständigkeit. Dieses Wissen ist besonders wichtig, da die Frauen nur so die notwendige Zuversicht bekommen tatsächlich ein eigene Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Einkommen zu gewinnen. Die ausgebildeten Frauen werden dann ihr Wissen an weitere Frauen vermitteln, sodass schließlich insgesamt 675 Frauen die Möglichkeit haben selbstständig Einkommen zu erwirtschaften.

Nachdem das Projekt im Jahr 2014 sehr erfolgreich gestartet hatte, haben das schwere Erdbeben am 25.4.2015 und die vielen leichten, mittleren und teils schweren Nachbeben (wie vom 12.5.2015) das Projekt für einige Zeit unterbrochen. Unter den 14 besonders stark betroffenen Distrikten sind auch zwei Distrikte im Projektgebiet (Bakthapur und Kavre), die viele Tote und hohe materielle Verluste hinnehmen mussten. So haben auch viele der Frauen, die in diesem Projekt ihre Ausbildung machen, Angehörige aber auch Häuser und Ställe verloren. Das Vieh ist zu einem großen Teil während der Erdbeben gestorben, Felder waren nicht bearbeitbar oder die Ernte verwüstet. Die Läden, die mit Hilfe der Mikrokredite aus dem Projekt aufgebaut oder erweitert wurden, sind teilweise eingestürzt oder nicht mehr nutzbar und die Waren, die verkauft werden sollten, zerstört. Die Ernte konnte nicht eingeholt werden, da keine Werkzeuge vorhanden waren. Das was noch geerntet werden konnte, konnte nicht verkauft werden, da die Märkte nicht mehr vorhanden waren und erst wieder aufgebaut werden müssen.

Leider blieb die versprochene Hilfe der nepalesischen Regierung für viele Familien aus – sie leben bis heute in Zelten oder Übergangsunterkünften aus Wellblech und anderem Material, dass sie von ihren nicht mehr bewohnbaren Häusern genommen haben. Die Unterstützung durch die Zivilgesellschaft war und ist daher für viele Betroffene die einzige Chance. Auch die Partnerorganisation des Marie-Schlei-Vereins, die Women‘s Foundation Nepal (WFN), hat sehr schnell reagiert und Ersthilfe an die Frauen und ihre Familien in den schwerstbetroffenen Gebieten Kavre, Bakthapur sowie in vielen anderen Gebieten ausgeliefert.

Aufgrund des Erdbebens wurde die Projektlaufzeit des Projektes bis Februar 2017 verlängert, damit die Frauen ihre Tätigkeiten mit Unterstützung der Partnerorganisation wieder aufnehmen können.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.