Reisebericht Kasese Pilzprojekt, Uganda

Christa Randzio-Plath PilzprojektPUWACG Habitat village, kamaiba  Parish, central division Kasese municipality, Base camp lower village west central division kasese municipality.

Es gab bei der Fahrt Schwierigkeiten, so dass sich die Ankunft in Kasese verzögerte. Aufgrund der Sicherheitslage (bei meiner Ankunft auf dem Flughafen wurde der Polizeichef von Uganda ermordet). Es sollte der Ausnahmezustand verhängt werden. Außerdem funkionierte auch das gemietete Auto nicht, so dass ein Werkstattbesuch erforderlich wurde.

25 Frauen warteten im Gemeindehaus. Sie waren Mitglied der Pilzgruppe. Vier von ihnen hatten vor Ort auch eine Pilzgruppe mit rund 20 Mitgliedern. Sie versprechen sich viel von ihren neuen Erkenntnissen in der Pilzzucht und haben die beruflichen Kenntnisse an andere Frauen weitergegeben. Die Frauen haben ein Lied zur Pilzzucht komponiert und darin ihre Pilzzucht beschrieben. Das Lied war in ihrer lokalen Sprache. Die Frauen haben auch ein Theaterstück über die Lage der Frau in ihren Dörfern aufgeführt, das sehr eindrucksvoll war;

In dem Theaterstück geht es um folgendes: ein Mädchen geht in die Schule und wird aus dem Unterricht entfernt, weil ihre Schulgebühr nicht bezahlt ist. Weinend kommt das Mädchen nach Hause.  Ihr Vater hat ihrer Mutter das letzte Geld abgenommen, um mit Freunden in der Bar zu trinken. Völlig betrunken kommt er nach Hause. Am nächsten Tag kommen seine Zechkumpel zu ihm und verlangen Geld. Die Eltern haben nichts. Da gibt der Vater den Zechkumpanen seine jüngste Tochter, um für seine Schulden zu bezahlen. Weinend beschließt die Mutter, Geld für sich und ihre Töchter zu verdienen und beteiligt sich am Pilzprojekt.  Ihrem Mann gibt sie kein Geld mehr und spart, damit ihre Tochter wieder in die Schule kann. Glücklich kehrt die Tochter in die Schule zurück, das Schulgeld ist gezahlt. Sie bekommt ein gutes Zeugnis und zeigt es ihrer glücklichen Mutter.  Selbst ihr Vater trinkt nicht mehr und ist von der Bedeutung der Bildung der Tochter überzeugt.

Die Pilzzucht- Ausbildung von weißen Pilzen, meist Austernpilze,  erfolgt in einer Musterhütte. Die Frauen bauen Pilze dezentral an. Sie wohnen weit auseinander. Sie haben gelernt, Ballen aus Baumwolle und anderen Naturfasern zu fertigen, zu wässern, zu trocknen und dann zusammenzufügen, so dass ein fester Ballen entsteht, den sie entweder in den Hütten aufhängen oder in Holzregale legen.  Die Sporen erhalten sie geliefert, wollen aber selbst lernen Sporen zu züchten, um die Regelmäßigkeit ihrer Arbeit und Verdienste nicht zu gefährden. Die Lieferzeiten sind nicht zuverlässig.  Die Pilzbehälter können vier Monate genutzt werden, die Ernte scheint gut. Die Marktlage schätzen die Frauen optimistisch ein. Für ein halbes Kilo weiße Pilze erzielen sie 70000 Uganda -Schilling.  Die Frauen verkaufen die Pilze auf den lokalen Märkten, aber nehmen auch Kontakte zu Restaurants auf.

Die Frauen haben alle gelernt, die Biomasse-Pilzbehälter zu fertigen und zu sterilisieren. Sie haben gelernt, die Sporen zu setzen. Sie haben gelernt, die Pilze regelmäßig zu bewässern, vier- fünfmal am Tag.

Die Frauen sind Subsistenzbäuerinnen, sind in der Regel verheiratet und haben Primarschulbildung, einige haben Sekundarschulen besucht. Ihre Englischkenntnisse sind nicht zureichend, obwohl nur Englisch die offizielle Sprache in Uganda ist.

Die Frauengruppe war gut organisiert, aber die Experten sind Männer, die allerdings gut mit den Frauen umgehen.  Alle Frauen sagen, dass sie Töchtern die gleichen Chancen geben wie den Söhnen.

Reise Kenia, Projekt: Mama Helena 

Professor Dr.h.c. Christa Randzio-Plath

Trotz der schwierigen Reise- und Einreisebedingungen gelang bereits der 1. Termin mit dem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut KARI bei der Universität Kisii.

Der zuständige Experte John Owuor-ORW- 0724681- 162   ist ein Wissenschaftler, der sich auf die Bodenbeschaffenheit von Land spezialisiert hat, das für den Teichbau genutzt werden soll. Es werden Bodenproben entnommen und im Labor untersucht. Alle Teiche, die Mama Helena mit den Teichgruppen einrichtet, sind durch die Bodenprüfung gegangen und haben die Erlaubnis aus wissenschaftlicher Sicht als Voraussetzung für die behördliche Genehmigung erhalten. Dabei wird insbesondere auf die Bodenpest durch Termiten geachtet und den Prozentsatz von Lehm in der Erde.  Die HomaBay-Region ist wegen des hohen Grundwasserspiegels besonders für die Anlage der Fischteiche geeignet. KARI, KARLO und das Fischereiministerium auf der County-Ebene arbeiten eng zusammen und beraten zivilgesellschaftliche Projekte. Das Führungsteam von Mama Helena war bei den Gesprächen dabei ebenso der Fischexperte Daniel vom Fischereiministerium. Es wird versucht, das Fischteicheprojekt zu optimieren, weil die Ernährungslage der Bevölkerung entsprechende Schritte verlangt. Deswegen fördert inzwischen auch die Regierung zur Verbesserung der Ernährungslage Fischteichprojekte. Eine Fischteichgruppe von Mama Helena, die mit Mitteln vom Marie-Schlei-Verein den ersten Fischteich aufgebaut hat, konnte den Zuschlag zu einem weiteren Fischteich regierungsfinanziert gewinnen.

Die Gruppendiskussion mit diesem Projekt Freitagabend war sehr lebhaft und unterstrich die ökonomischen Notwendigkeit für das Projekt. Außerdem war es eindrucksvoll, festzustellen, dass hier wie in allen anderen Fischteichprojekten die Frauen die Schwerstarbeit von Fischteichaushebung- zwischen 1.2-17. m und den dazugehörigen Dammbau um den Teich selbst durchgeführt haben.  Außerdem erbringen die Frauen Vorleistungen, weil mit ersten Ergebnissen erst in sechs Monaten zu rechnen ist. Die ausgesetzten Fingerlinge werden bei einer privaten Gesellschaft erworben, die ein Quasi- Monopol hat. Wegen der Qualität der Fische dürfen die Frauen nur mindestens Zwei-Wochen-alte Fingerlinge kaufen. Sie werden dreimal täglich gefüttert, ohne jede chemischen Zusätze. Meistens handelt es sich um Silberfisch oder Reisschalen, die zusätzlich zur Düngung der Teiche mit Kuhdung oder Hühnerkot genutzt werden. Ziel ist, möglichst alle 1000