Planeta limpia: Plastikmüllverarbeitung in 3800 Meter Höhe

Zusammen mit der Partnerorganisation AFAS (Asociación Femenina de Acción Social), Juliaca, Peru, fördert der Marie-Schlei-Verein eine 18-monatige berufliche Qualifizierung im PET-Recycling und Betriebsführung.

Das Projekt soll 25 armen Frauen aus Juliaca durch eine 18-monatige Ausbildung im PET-Recycling und in Betriebsführung als auch durch Investitionen in die Betriebsmittel ein nachhaltiges Auskommen sichern. Viele der Frauen sind Mütter und arbeiten als Tagelöhnerin im informellen Sektor. Sie wollen ihr Auskommen mit dem Sammeln und der Weiterverarbeitung von wiederverwertbaren Abfällen bestreiten. Dazu gehört das Sammeln, die sachgemäße Verarbeitung von Plastikflaschen und die Herstellung von Produkten wie Fasern und Stricken für die Weiterverarbeitung oder zum Gebrauch.

Juliaca, Hauptstadt der Provinz San Román und Ort des Projektes, liegt im Süden des südamerikanischen Anden-Staates auf einer Höhe von 3825 m auf dem Altiplano. Von den 350.000 Einwohnern sind 85% indigene Quechua oder Aymara. 85% der Familien können ihre Grundbedürfnisse nicht decken und 56% gelten als arm. Das gilt insbesondere für Mädchen und Frauen aus ländlichen Regionen. Frauen werden diskriminiert und genießen keine Wertschätzung. Deswegen gibt es eine hohe Gewaltbereitschaft und eine geringere Bildung von Frauen in ländlichen und bergigen Regionen.

Das Müllerverarbeitungsprojekt mit den Kursen und den Investitionen in die Betriebsmittel soll ein nachhaltiges Auskommen sichern. Es dient gleichzeitig der Umwelt, indem PET-Plastik gesammelt und wiederverwertet wird. Begleitende Rundfunksendungen mit dem Namen „Planeta limpia“ (sauberer Planet) sowie Informationsflyer sollen die Bevölkerung sensibilisieren, Wissen vermitteln und zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen beitragen. Sie fordern zur Beteiligung auf. Ziel ist das Economic Empowerment (Ziel 5 der UN- Agenda).

Die Frauen setzen sich bei dieser für die Gemeinden wichtigen Arbeit (die Wiederverwertung von Ressourcen, die Entmüllung öffentlicher Bereiche und die Verminderung umweltschädlicher Müllverbrennung) ohne Schutz- und Arbeitskleidung Krankheitsrisiken aus, werden schlecht entlohnt und für ihre Leistungen nicht anerkannt.

Kariel Zuliana Arias Quispe: „Recycling ist eine der einfachsten und lohnendsten täglichen Aktivitäten, die wir durchführen können, umso mehr, wenn es um die Rettung des Planeten geht. Die Zukunft liegt in unseren Händen“.

Das Projekt wird unterstützt von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung aus Zweckerträgen der Lotterie Bing! Die Umweltlotterie.