Eine nachhaltige Entwicklung ohne Frauen ist nicht möglich

Wie geht es weiter mit der Geschlechtergerechtigkeit?

Der 100. Geburtstag von Marie Schlei ist Erinnerung und Mahnung: die Gleichstellung von Männern und Frauen ist nicht erreicht. Auch
nicht in Entwicklungsländern. Deswegen werden auch im Zusammenhang mit der Umsetzung der UN-Agenda 2030 Genderkonzepte und Gender- Aktionspläne gebraucht. Auch Deutschland muss sich mehr bewegen.

In der Berliner GIZ- Repräsentanz, Reichpietschufer 20, 10785 Berlin, diskutieren am 26.11. 2019 von 18-19.30 Uhr, auf Einladung der GIZ und des Marie-Schlei-Vereins, Minister*innen, Abgeordnete und NGOVertreter*innen unsere globale Verantwortung für die UN-Ziele Geschlechtergerechtigkeit und Gender Empowerment.

Marie Schlei war die erste Entwicklungsministerin von Deutschland und machte Furore in Deutschland und international, weil sie erkannte, dass die öffentliche Entwicklungshilfe den Frauen zusätzlich schadet und ihnen nicht nützt. Ihr Genderkonzept für die Entwicklungszusammenarbeit kannte das Gender Empowerment noch nicht, sah aber in der Frauenförderung den Schlüssel für Entwicklung, für Gleichberechtigung und zur Überwindung und Unterentwicklung. Sie war eine erfolgreiche Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin und galt als Berliner Mutter Courage.

Sie war erfolgreich in der Aufstockung des Etats für Entwicklungszusammenarbeit. Sie war es, die international, europäisch und national ein entwicklungspolitisches Programm für Frauen entwickelte und dabei berücksichtigt wissen wollte, welche Wirkungen Entwicklungszusammenarbeit auf Frauen hatte.

Noch heute wissen wir, eine nachhaltige Entwicklung kann ohne die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht gelingen. Sie forderte 1976 nicht nur die Hälfte des Himmels, sondern die Hälfte der Konferenztische für Frauen.

1984 wurde zur Erinnerung an sie von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen mit Unterstützung von Gewerkschafterinnen der gemeinnützige Marie-Schlei-Verein gegründet. Ziele des Vereins sind „die Förderung der Zusammenarbeit mit armen Frauen und Frauenorganisationen, der Ausbildung von Frauen, der Gleichstellung von Frau und Mann und die Völkerverständigung“.

Schätzungsweise 100 000 Frauen wurden als Ökobäuerinnen, Bäckerinnen, Blumen-, Pilz-, Tier- und Fischzüchterinnen, Handwerkerinnen, Genossenschaftlerinnen, Kleinstunternehmerinnen beruflich qualifiziert.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath
Vorsitzende Marie-Schlei-Verein

Festveranstaltung am Dienstag, 26. November 2019, 18:00 – 21:00 Uhr, GIZ-Repräsentanz Berlin, Reichpietschufer 20 | 10785 Berlin

Programm
17:30 Uhr – Einlass
Musik: Djelifily Sako, Kora

Ab 18:00 Uhr – Begrüßung
Schriftliches Grußwort von Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Karin Kortmann, Leiterin der GIZ-Repräsentanz Berlin

18:13 Uhr – Marie Schlei: Gleichstellung international durchsetzen – der Beitrag des Rechts
Christine Lambrecht, MdB, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz

18:30 Uhr – Musik: Djelifily Sako, Kora

18:35 Uhr – Marie Schlei: Eine Wegweiserin für die Gleichberechtigung
Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Vorsitzende des Marie-Schlei-Vereins

18:45 Uhr – Marie Schlei: Die Rolle der Frauenpolitik in der Entwicklungszusammenarbeit
Gesprächsrunde mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin a.D., Dr. Bärbel Kofler, MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Elke Ferner, Vorstandsmitglied Deutscher Frauenrat
Heike Spielmans, Geschäftsführerin VENRO, Moderation: Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath

19: 15 Uhr – Musik: Djelifily Sako, Kora

19:20 Uhr – Marie Schlei: Impulse für die Zukunft, Dr. Maria Flachsbarth, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Ab 19:30 Uhr – Ausklang und anschließender Empfang