411 Mali Groupe Nature

Mali – Bürgerkriege, Armut und die Frauen

Das westafrikanische Land Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt. Über 50% der Bevölkerung des Landes leben unter der Armutsgrenze. Mali belegt im Global Gender Gap Index 2016 des World Economic Forum Platz 138 von 144. Das Land ist stark landwirtschaftlich geprägt. Insgesamt 80% aller Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig.

Traditionell wird in Mali Trockenfeldbau betrieben. In dieser Anbauform werden die Pflanzen nur durch den Regen bewässert. Da das Land jedoch von dem Klimawandel besonders betroffen ist, erweist sich diese Art der Landwirtschaft insbesondere in regenarmen Jahren als schwierig und kann die Ernährung der stark wachsenden Bevölkerung nicht sichern. Durch den Wiederaufbau und die Vertiefung zweier Brunnen, neue gemeinschaftliche Bewässerungsformen und eine nachhaltige Gemüse-wirtschaft sollen gute Ernten auch in regenarmen Perioden gesichert werden.

Das Mali-Projekt

Großen Ehrgeiz haben die Frauen vom Marie-Schlei-Verein und dem gemeinnützigen Projektträger Groupe Nature. Sie kooperieren seit 1997. Die Organisation Groupe Nature

besteht aus einem Vorstand und dem geschäftsführenden Sekretariat. Alle Mitglieder der Organisation kommen mit den Vorsitzenden in einer Vollversammlung zusammen.

Diese Zusammenarbeit wird mit einem neuen Projekt verstärkt. Dabei werden die Frauen ausgewählt und müssen ihr Bereitschaft zeigen, regelmäßig an Kursen teilzunehmen. Dieses Projekt unterstützt die wirtschaftliche Stärkung der Frauen (Gender Economic Empowerment) und das Recht der Frauen, Landtitel zu erwerben. Groupe Nature arbeitet in diesem Projekt zusammen mit einer Gruppe von 90 Frauen aus dem Dorf Sibila in der Region Ségou.

Gemeinsam arbeiteten sie einen Plan für einen erfolgreichen Gemüseanbau aus. Die Gruppenmitglieder wollen einen Ausweg aus der Armut und sind sehr motiviert. Der Gemüseanbau ist aufgrund der Austrocknung der Brunnen mit großen Schwierigkeiten verbunden. Durch den Klimawandel trocknet der Brunnen von Februar bis Juli aus. Die Produktion und das Einkommen sind deswegen gesunken. Die Frauen müssen weite Wege in Kauf nehmen, um Wasser für die Bewässerung zu holen. Durch die Vertiefung und Sanierung der Brunnen soll die ganzjährige Wasserversorgung gewährleistet werden.

Berufliche Qualifizierung ist das Ziel

Die weitere berufliche Qualifizierung im Gemüseanbau ist neben der Restauration der zwei Brunnen das Ziel des Projekts. Die Frauen beteiligen sich an der Sanierung der Brunnen, die im Besitz der Frauen sind, so dass in Zukunft keine Kosten für die Nutzung anfallen werden. Die Frauen erhalten nicht nur neues Saatgut zur Anpflanzung, sondern nehmen auch an Kursen teil, um ihre Kenntnisse im Gemüseanbau zu verbessern und zu vertiefen. Es geht um Weiterbildung und Themen wie Auswahl von Saatgut, Auspflanzung, Kompostproduktion, Biodünger und Biopestizide sowie das Anlegen von Beeten mit Zwiebeln, Okraschoten, Kohl und Paprika. Das Land, auf dem das Gemüse angebaut wird, ist Eigentum der Frauen. Sie sind in der Lage, die Brunnen zu pflegen, in Stand zu halten und gegen Sandstürme zu schützen. Die Projektfrauen bilden weitere Mitglieder der Frauengruppe aus. Sie sind dann in der Lage, ihre Familien zu unterstützen. Sie sind selbständig und selbstbewusst durch ihre beruflichen Fähigkeiten und das eigene Einkommen. Zudem sichern sie ihre Ernährung sowie die ihrer Familie. Mit dem Verkauf erzielen die Frauen ein bescheidenes Geldeinkommen, leisten einen Beitrag zu ökologischer Landwirtschaft und sichern die Versorgung des Dorfes mit Gemüse.

Gefördert von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung.

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