Entwicklung ohne Frauen funktioniert nicht

Höchste Zeit, mehr zu tun

Einmütig beschworen alle Gäste der vom Marie-Schlei-Verein und der GIZ in Berlin veranstalteten Gedenkfeier am 26.11.2019 zum 100. Geburtstag von Marie Schlei, der ersten Entwicklungsministerin, die Notwendigkeit, die Geschlechtergerechtigkeit und das Gender Empowerment in alle Politiken einzubeziehen. „Entwicklung ohne Frauen funktioniert nicht“, sagt nicht nur der Marie-Schlei–Verein, sondern auch die Vereinten Nationen.

Der 1984 in Erinnerung an die erste Entwicklungsministerin gegründete Marie–Schlei-Verein hat über 100 000 Frauen in Landwirtschaft, Handwerk und Kleinstbetriebsführung geschult. Das economic empowerment der Frauen hat zu mehr Selbstbewusstsein, mehr Anerkennung, weniger Armut und Ungleichheit, mehr Einkommen und weniger Gewalt geführt „Das verdanken wir den mutigen und kompetenten Partnerinnen in Afrika, Asien und Lateinamerika“, unterstrich die Vorsitzende vom Marie-Schlei-Verein, Professor Dr. h.c. Christa Randzio-Plath. Der Marie-Schlei-Verein leistet Hilfe zu Selbsthilfe in partnerschaftlicher Zusammenarbeit.

Die Veranstaltung in Berlin mit der Ministerin Christine Lambrecht, der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth, der ehemaligen Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Dr. Bärbel Kofler, der Vertreterin Deutscher Frauenrat und ehemaliger Staatssekretärin Elke Ferner sowie der Geschäftsführerin von VENRO, Heike Spielmans, verdeutlichte, dass auch heute noch Geschlechtergerechtigkeit und das Ziel 5 der UN-Agenda 2030 blinde Flecken in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind . Höchste Zeit, mehr zu tun. Schließlich sind Frauen die Ärmsten der Armen, stellen 80% der Beschäftigten im informellen Sektor, müssen weltweit für den Zugang zu Wasser und Energie sorgen und wandern mehrere Male am Tag zum Mond und zurück! Gewalt gegen Frauen ist weltweit epidemisch und macht deutlich, dass Frauenrechte als Menschenrechte zwar anerkannt, aber nicht gelebte Wirklichkeit sind.

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath