Pressemitteilung 09.09.2020, Hamburg, Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Vorsitzende Marie-Schlei-Verein

Frauen tragen zu Frieden bei

2020 feiern wir den Durchbruch einer emanzipatorischen Meisterleistung: die UN-Völkergemeinschaft erkennt die besondere Rolle, aber auch die besondere Verwundbarkeit von Frauen in Konflikten und Kriegen an.

Diese Welt ist unruhiger geworden, nur konzentrieren sich Kriege auf andere Kontinente als Europa und viele Konflikte und Kriege sind nicht grenzübergreifend, sondern haben mit ethnischen Konflikten zu tun.

Der UN-Sicherheitsrat beschloss 2000 die UN-Resolution 1325. Sie will Frauen vor sexueller Gewalt schützen. Schließlich haben der Balkan-Krieg wie auch der Kongo-Konflikt die Massenvergewaltigungen von Frauen als Kriegswaffe horrifiziert. Erstmals werden Massenvergewaltigungen auch vom Internationalen Strafgerichtshof als Verbrechen gegen die Menschlichkeit klassifiziert und verurteilt. Die Resolution 1325 will aber mehr, sie will Frauen an Entscheidungen über Krieg und Frieden beteiligen, um Lösungen und Friedensverhandlungen wirksamer zu machen. Es heißt nach UN- Berichten, dass Friedensabkommen, die  mit Partizipation von Frauen verhandelt worden sind, länger Bestand haben sollen. Leider sind bis heute nur wenige Frauen an Verhandlungen über Konfliktlösungen beteiligt. Das will der UN- Generalsekretär jetzt zu Recht ändern.

„Wir brauchen mehr Schutz von und für F rauen in bewaffneten Konflikten, „so die Vorsitzende Marie Schlei-Verein Christa Randzio- Plath. Gebraucht werden aber auch die Frauen als Friedensvermittlerin, die in Vor- und Nach-Konfliktzeiten zu Frieden beitragen können. Im Afrika der Fünf Seen, in Kolumbien und El Salvador beispielsweise waren Frauen als Friedensvermittlerinnen wichtig. Das wirkt sich- wie in unseren Frauen-Economic-Empowerment-Projekten nachweisbar- positiv auf Frauen in der Region aus.“